Es war Sabotage – schwedische Experten finden bei Nord Stream Sprengstoffreste

Die schwedische Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass die Explosionen bei Nord Stream auf Sabotage zurückzuführen sind. In der Nähe der Pipelines wurden explosive Rückstände gefunden, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Der mit den Voruntersuchungen betraute Staatsanwalt Mats Ljungqvist sagte, die Analyse von Fremdkörpern, die am „Tatort“ in der Ostsee gefunden wurden, habe das Vorhandensein von Sprengstoff bestätigt. „Es wurden erhebliche Schäden an den Gaspipelines infolge der Explosionen dokumentiert“, heißt es in der Presseerklärung. Weitere Analysen werden dazu beitragen, sicherere Rückschlüsse rund um den Vorfall ziehen zu können.

„Ob jemand verdächtigt und später strafrechtlich verfolgt werden kann, muss das weiterführende Ermittlungsverfahren zeigen“, schreibt die an den Untersuchungen beteiligte schwedische Sicherheitspolizei.

Ende September kam es an drei Strängen von Nord Stream 1 und Nord Stream 2 zu Gaslecks. Die Nato sprach von einem Sabotageakt. Die Allianz forderte eine Untersuchung des Vorfalls und erklärte, dass jeder vorsätzliche Angriff auf die kritische Infrastruktur der Verbündeten mit einer gemeinsamen und entschlossenen Antwort beantwortet werden würde.

Dänemark, Deutschland und Schweden, in deren Hoheitsgewässern die Pipelines liegen, leiteten getrennte Untersuchungen ein. Zuerst weigerten sie sich, Russland in die Ermittlungen einzubeziehen. Sie weigerten sich auch, die Ergebnisse ihrer Ermittlungen zu teilen, bis eindeutige Beweise vorliegen.

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Vorfall als einen Akt des internationalen Terrorismus. Russland brachte die Angelegenheit zur dringenden Diskussion in den UN-Sicherheitsrat ein.

Am 1. November gab das Schweizer Unternehmen Nord Stream AG, das zu 51 Prozent Gazprom gehört, dieErgebnisse seiner ersten Inspektion von Nord Stream 1 bekannt. An der Stelle des Lecks wurden drei bis fünf Meter tiefe, von Menschenhand verursachte Krater gefunden.

Experten zufolge könnte der Sprengstoff-Anschlag von im Umgang mit Explosivstoffen geschulten Kampftauchern oder mithilfe von ferngesteuerten Unterwasserdrohnen durchgeführt worden sein. Denkbar sei auch, dass die Sprengladungen bereits vor längerer Zeit angebracht wurden.

[hrsg/russland.NEWS]