Nornickel verschiebt Bauprojekte wegen fehlender Komponenten

Wegen Unterbrechungen bei der Lieferung von Komponenten und Ausrüstungen muss Nornickel den Bau der neuen Norilsker Anreicherungsanlage (NOF-2) und des dritten Hochofens im Nadeshdaer Eisenhüttenwerk (NM) um mindestens zwei Jahre verschieben, erklärte der Produktionsdirektor des Unternehmens, Sergej Stepanow.

„Ein bedeutender Teil der Großprojekte wie Norilsk-2 oder NM werden mit Sicherheit um einige Jahre verschoben, da sie den Austausch von Ausrüstungslieferanten erfordern“, sagte Stepanow gegenüber Journalisten.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung des Baus von NOF-2 seien Schwierigkeiten bei der Finanzierung. „Wir müssen unter den gegenwärtigen Bedingungen abwägen, was wir wann finanzieren können“, sagte Stepanow. Deshalb sei der Termin für den Bau der Anlage auf 2029 verschoben worden. Auch der Bau der dritten Schmelzanlage bei NM sei auf 2029 verschoben worden.

In diesem Jahr wolle das Unternehmen die Phase des Schwefel-Projekts 2.0 abschließen, die Produktion in der Kupfer-Nickel-Lagerstätte bei Bear Creek hochfahren und zwei oder drei weitere mittelgroße Projekte umsetzen. Er wies darauf hin, dass mehr als die Hälfte der Programme von Nornickel bis 2023 keine Lieferung von High-Tech-Ausrüstung vorsehen. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen damit, einen Teil der bestellten Teile noch in diesem Jahr zu erhalten, da sie bereits produziert wurden.

Wladimir Potanin, Chef von Nornickel, sagte am Montag in einem Interview mit RBK, dass sein Unternehmen aufgrund der Sanktionen gegen Russland nach Beginn der „Militäroperation“ seine Pläne zur Erschließung anderer Märkte aufgeben und unter anderem seine Logistikkette anpassen musste. Außerdem habe sich Nornickel an mehreren Start-ups in anderen Ländern beteiligt, „in der Hoffnung, sie nach Russland zu bringen“. Diese Möglichkeiten seien nun so gut wie verschwunden, räumte Potanin ein.

Er erinnerte daran, dass gegen Nornickel keine Sanktionen verhängt wurden, das Unternehmen aber dennoch gezwungen war, seine Strategie anzupassen.

„Das gesamte Paradigma unseres Geschäfts, das eher darauf ausgerichtet war, Teil der internationalen Produkt- und Technologiekette zu werden, ist jetzt auf das nationale Geschehen ausgerichtet, wobei wir versuchen, einige befreundete Länder und Partner einzubeziehen. Irgendwo klappt das schon, irgendwo noch nicht. Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine radikale Veränderung des Planungs- und Erwartungssystems.“

[hrsg/russland.NEWS]